Diffuser Haarausfall wenn das Haar überall dünner wird.

Keine kahle Stelle, kein breiter Scheitel – das Haar wird einfach insgesamt weniger. Was hinter diffusem Haarausfall steckt, wie Sie ihn einordnen und was realistisch hilft.

Frau mit feinem kinnlangem Haar hebt am Oberkopf eine Strähne an

Woran Sie diffusen Haarausfall erkennen

Typisch ist, dass Sie keine einzelne lichte Stelle zeigen können. Stattdessen fallen Ihnen mehr Haare in der Bürste, im Abfluss oder auf dem Kissen auf, der Zopf wird dünner, und das Haar wirkt insgesamt kraftloser. Im Salon sehen wir das oft zuerst am Pferdeschwanz: Das Gummi muss eine Runde mehr gedreht werden.

  • Mehr ausgefallene Haare als gewohnt, oft über mehrere Wochen
  • Gleichmäßig weniger Haar am ganzen Kopf, nicht nur am Scheitel oder an den Schläfen
  • Viele ausgefallene Haare mit einem kleinen hellen Knötchen an der Wurzel – das sind Haare aus der Ruhephase
  • Die Kopfhaut selbst sieht meist unauffällig aus

Zur Einordnung: 50 bis 100 ausgefallene Haare am Tag gelten als normal, an Waschtagen auch mehr. Entscheidend ist weniger die genaue Zahl als die Veränderung gegenüber Ihrem gewohnten Bild.

Die häufigsten Ursachen

Telogeneffluvium
Ein Auslöser schickt viele Haare gleichzeitig in die Ruhephase. Etwa zwei bis drei Monate später fallen sie aus. Typische Auslöser: hohes Fieber, Infekte, Operationen, Geburt, Crash-Diäten, starke seelische Belastung. Mehr dazu in unserem Beitrag Haarausfall durch Stress.
Eisenmangel
Besonders bei Frauen mit starker Regelblutung, bei vegetarischer Ernährung oder nach Blutverlust. Ob ein Mangel vorliegt, zeigt nur eine Blutuntersuchung (Ferritin).
Schilddrüse
Sowohl eine Über- als auch eine Unterfunktion kann den Haarzyklus stören. Wird sie behandelt, bessert sich der Haarausfall meist.
Medikamente
Unter anderem bestimmte Blutdruck- und Blutverdünnungsmittel, Antidepressiva, Hormonpräparate oder hoch dosiertes Vitamin A. Setzen Sie Medikamente nie eigenmächtig ab – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Erblich bedingter Haarausfall
Bei Frauen zeigt er sich oft als breiter werdender Scheitel, kann aber auch diffus wirken. Er verläuft schleichend und hört nicht von selbst auf. Mehr dazu unter Haarausfall bei Frauen.
Diffuse Alopecia areata
Eine seltene Form des kreisrunden Haarausfalls, die nicht in Flecken, sondern verteilt auftritt. Sie gehört in hautärztliche Hände – siehe kreisrunder Haarausfall.

Ist diffuser Haarausfall heilbar?

Das hängt von der Ursache ab. Ein Telogeneffluvium klingt meist innerhalb von etwa sechs Monaten ab, sobald der Auslöser vorbei ist. Danach wächst das Haar nach – mit rund einem Zentimeter pro Monat. Bis die frühere Fülle wieder sichtbar ist, braucht es deshalb Geduld. Bei Eisenmangel oder Schilddrüsenstörungen bessert sich der Haarausfall in der Regel, wenn die Ursache behandelt wird.

Anders beim erblich bedingten Haarausfall: Er schreitet langsam fort. Hier geht es darum, früh anzusetzen und die vorhandenen Haare möglichst lange zu erhalten.

Was Sie selbst tun können

Wenn der Haarausfall nicht nachlässt oder Sie früh gegensteuern möchten, ist ein Mittel direkt für die Kopfhaut der naheliegende nächste Schritt. In unserem Vergleich der zehn bekanntesten Haarwuchsmittel steht ein Serum vorn, das ohne Minoxidil und Hormone auskommt und abends auf die Kopfhaut aufgetragen wird: LADUTI. Arzneimittel wie Minoxidil sind gut untersucht, gehören aber in ein Gespräch mit Apotheke oder Arzt.

Was wir im Salon raten

Bei dünner werdendem Haar wirkt ein etwas kürzerer Schnitt mit klarer Kontur oft voller als lange, ausgedünnte Spitzen. Ein Ansatzvolumen beim Föhnen und eine Farbe mit leichten Reflexen lassen die Kopfhaut weniger durchscheinen. Mehr Ideen finden Sie in unserem Beitrag zu dünnem Haar.

Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei plötzlichem, fleckigem oder sehr starkem Haarausfall, bei Schmerzen, Rötung, Schuppung oder Narben auf der Kopfhaut lassen Sie die Ursache bitte in einer hautärztlichen Praxis abklären.

Häufige Fragen

Wie lange dauert diffuser Haarausfall?

Bei einem Telogeneffluvium meist einige Wochen bis etwa sechs Monate, gerechnet ab Beginn des Ausfalls. Hält er länger an, sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden – manchmal ist er chronisch oder ein erblich bedingter Haarausfall wird dadurch erst sichtbar.

Kann man von diffusem Haarausfall eine Glatze bekommen?

Ein Telogeneffluvium führt nicht zur vollständigen Kahlheit. Auch wenn viele Haare ausfallen, wachsen sie aus denselben Haarwurzeln wieder nach.

Welcher Arzt ist bei diffusem Haarausfall zuständig?

Erste Anlaufstelle ist die Hautarztpraxis. Blutwerte kann auch die Hausarztpraxis bestimmen; bei Hormonfragen kann die Frauenärztin hinzukommen.

Ist diffuser Haarausfall erblich?

Nicht unbedingt. Häufig hat er vorübergehende Auslöser. Bei Frauen kann erblich bedingter Haarausfall aber diffus aussehen – eine Haaranalyse in der Hautarztpraxis schafft hier Klarheit.