Haarausfall: die Ursachen und woran Sie sie erkennen.
Ob das Haar schleichend dünner wird, plötzlich ausfällt oder kahle Stellen entstehen – das Muster verrät viel über die Ursache. Ein Überblick mit Wegweiser zu unseren ausführlichen Beiträgen.

Erst das Muster, dann die Ursache
| Was Sie sehen | Häufige Ursache | Mehr dazu |
|---|---|---|
| Geheimratsecken, lichter Oberkopf (Männer) | Erblich bedingter Haarausfall | Haarwuchsmittel im Vergleich |
| Breiter werdender Scheitel (Frauen) | Erblich bedingter Haarausfall, oft verstärkt in den Wechseljahren | Haarausfall bei Frauen, Wechseljahre |
| Plötzlich überall dünner | Telogeneffluvium nach Auslöser, Mangel, Schilddrüse | Diffuser Haarausfall, Stress |
| Runde, glatte kahle Stellen | Kreisrunder Haarausfall | Kreisrunder Haarausfall |
| Lichter Haaransatz an Stirn und Schläfen bei Zopfträgern | Zug durch Frisuren | Traktionsalopezie |
| Abgebrochene Längen, Spliss | Haarbruch durch Blondierung, Hitze, Mechanik | Pflege und Schnitt |
| Kahle Stellen mit Rötung, Schuppen, Narben | Entzündliche Kopfhauterkrankung, Pilzinfektion | Hautarztpraxis |
Die Ursachen im Einzelnen
- Erbliche Veranlagung
- Bei der androgenetischen Alopezie reagieren Haarwurzeln empfindlich auf das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Sie schrumpfen über Jahre und bilden immer feinere Haare. Das betrifft viele Männer und auch viele Frauen, verläuft schleichend und hört nicht von selbst auf. Was dagegen hilft, haben wir im Vergleich der Haarwuchsmittel eingeordnet.
- Hormonelle Veränderungen
- Nach der Geburt, beim Absetzen der Pille, in den Wechseljahren oder bei Störungen wie dem PCO-Syndrom. Je nach Ursache vorübergehend oder dauerhaft.
- Schilddrüse
- Über- und Unterfunktion können zu verteiltem Haarausfall führen. Wird die Schilddrüse behandelt, bessert er sich häufig.
- Stress und körperliche Belastung
- Fieber, Operationen, schwere Infekte, Unfälle, starke seelische Belastung: Viele Haare gehen gleichzeitig in die Ruhephase und fallen Monate später aus. Meist vorübergehend.
- Nährstoffmangel
- Am häufigsten Eisenmangel, seltener Zink, Vitamin D, Vitamin B12 oder Eiweiß – etwa nach Diäten. Biotinmangel ist selten (mehr zu Biotin). Ein Mangel lässt sich nur per Blutuntersuchung feststellen.
- Medikamente
- Chemotherapie ist die bekannteste Ursache; daneben unter anderem manche Blutverdünner, Betablocker, Antidepressiva, Mittel gegen Epilepsie, Retinoide und hoch dosiertes Vitamin A. Medikamente nie eigenmächtig absetzen.
- Autoimmunerkrankungen
- Kreisrunder Haarausfall, aber auch Lupus und andere Erkrankungen können die Haarwurzeln angreifen – teils mit Narbenbildung.
- Mechanische Belastung
- Straffe Zöpfe, Extensions, ständiges Ziehen oder Zwirbeln an Haaren (Trichotillomanie).
- Kopfhauterkrankungen und Infektionen
- Pilzinfektionen, Entzündungen der Haarfollikel, schwere Schuppenflechte oder Ekzeme können Haarausfall auslösen. Einfache Schuppen verursachen keinen dauerhaften Haarausfall.
- Alter
- Mit den Jahren werden die Haare insgesamt etwas feiner und weniger – bei Frauen wie bei Männern.
Was Haarausfall nicht verursacht
- Häufiges Haarewaschen – die Haare, die dabei ausgehen, wären ohnehin ausgefallen
- Mützen und Hüte, solange sie nicht ständig straff sitzen
- Färben beim Profi – es kann Haar brüchig machen, schadet aber nicht der Wurzel
- Haare schneiden – es lässt das Haar weder dichter noch schneller nachwachsen
Wann Sie zum Arzt sollten
- Wenn der Haarausfall plötzlich und stark beginnt oder länger als drei Monate anhält
- Bei kahlen Stellen, Rötung, Schuppen, Juckreiz, Schmerzen oder Narben
- Wenn Brauen, Wimpern oder Körperhaare mit ausfallen
- Bei zusätzlichen Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsveränderung, Zyklusstörungen
- Bei Kindern immer
Zuständig ist die Hautarztpraxis. Dort werden Kopfhaut und Haare untersucht und meist Blutwerte wie Ferritin, Blutbild und Schilddrüse bestimmt.
Dieser Beitrag ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Bei plötzlichem, fleckigem oder sehr starkem Haarausfall, bei Schmerzen, Rötung, Schuppung oder Narben auf der Kopfhaut lassen Sie die Ursache bitte in einer hautärztlichen Praxis abklären.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Ursache für Haarausfall?
Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie). Er betrifft Männer und Frauen und verläuft schleichend.
Was ist die Ursache für Haarausfall bei Frauen?
Am häufigsten ebenfalls erblich bedingter Haarausfall, oft verstärkt in den Wechseljahren. Daneben spielen Eisenmangel, Schilddrüse, Geburt, Absetzen der Pille und Stress eine große Rolle. Mehr unter Haarausfall bei Frauen.
Kann Haarausfall ein Zeichen für eine Krankheit sein?
Ja, etwa für eine Schilddrüsenstörung, Eisenmangel oder eine Autoimmunerkrankung. Deshalb lohnt sich bei auffälligem Haarausfall die ärztliche Abklärung.
Welcher Mangel führt zu Haarausfall?
Am häufigsten Eisenmangel. Seltener fehlen Zink, Vitamin D, Vitamin B12 oder Eiweiß. Ein Bluttest zeigt, was tatsächlich fehlt.
Welche Medikamente können Haarausfall auslösen?
Neben Chemotherapie unter anderem manche Blutverdünner, Betablocker, Antidepressiva, Mittel gegen Epilepsie und Retinoide. Sprechen Sie Ihre Ärztin an, bevor Sie etwas ändern.
Weiterlesen
Haarausfall & Haarwachstum


